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Unter dem Begriff ‚Gesellschaftsspiele’ sind alle die Spiele gesammelt, an denen mindestens zwei Personen beteiligt sind, um sich in geselliger Runde die Zeit zu vertreiben. Dies können also nahezu alle Spiele sein, von Karten-, Würfel- und Schreibspielen über Pfänderspiele bis hin zu solchen ganz ohne Zubehör, wie etwa Scharaden oder sonstigen Ratespielen. Um dem geselligen Aspekt auch wirklich zu genügen, weisen die Gesellschaftsspiele in Deutschland einige Charakteristika auf. So werden Kriegs- und Gewaltthemen ebenso vermieden, wie es möglichst nicht zu Konflikten zwischen den einzelnen Spielern kommen soll. Es gibt keine allzu umfangreichen Spielregeln oder zu hohe Zufallsfaktoren. Und um Langeweile oder Missmut einzelner Spieler gar nicht erst aufkommen zu lassen, soll keiner vorzeitig ausscheiden müssen, wobei die gesamte Spieldauer ohnehin meist auf eine überschaubare Zeit begrenzt ist.

Als einer der Klassiker unter den Gesellschaftsspielen kann Monopoly gelten, das alle diese Faktoren in sich vereint. Erfunden wurde es – wahrscheinlich – von Elizabeth Magie Phillips im Jahr 1904, damals allerdings noch unter dem Namen The Landlord’s Game. In den 30er Jahren wurde das Spiel auch in Deutschland populär, allerdings schon bald von Josef Goebbels verboten mit der Begründung, die Spekulation mit Materiellem sei ein typisches Charakteristikum der Juden. Möglicherweise war aber der eigentliche Grund der, dass die damals teuerste Straße im Spiel genau die war, in der er selbst wohnte. In Österreich ging man übrigens dem Verbot dadurch aus dem Weg, dass man einen anderen Namen wählte, nämlich Das kaufmännische Spiel.

Anfang der 50er Jahre wurde Monopoly in Deutschland neu aufgelegt, diesmal mit unverfänglichen, fiktiven Straßennamen, und hat bis heute nichts von seiner Beliebtheit verloren. Inzwischen gibt es Varianten für bestimmte Länder wie etwa Österreich, Luxemburg und die Schweiz und auch mit den beliebtesten deutschen Städten. Vor einigen Jahren erschienen überdies verschiedene Computerversionen, die teils lediglich das Spielfeld auf den Monitor übertragen, teils aber auch Grundzüge des Spiels beibehalten und neue Elemente einflechten.

Auch die allgemeine Entwicklung auf verschiedenen Sektoren wurde zwischenzeitlich berücksichtigt. Das Spielgeld gibt es jetzt in Euro-Noten, und die Schlossallee wird nicht mehr mit ß geschrieben. Außerdem sind es die Begriffe ‚Wasser- und Elektrizitätswerk’ einigen Anlagen für erneuerbare Energien gewichen. In einer speziellen Edition aus jüngster Zeit wird sogar nicht mehr mit Bargeld, sondern per Lesegeräte mit Kreditkarte bezahlt!