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Jedes Spiel, und sei es auch noch so schlicht, bietet einen gewissen Lerneffekt. Allerdings lässt sich die Behauptung nicht halten, dass jedes Spiel deshalb auch für Lernzwecke geeignet sei. Jedenfalls dann nicht, wenn unter „Lernen“ der gezielte Erwerb bestimmter Kenntnisse und Fähigkeiten zu verstehen ist.

An dieser Stelle wollen wir ausschließlich die Art von Lernspielen betrachten, die im weitesten Sinn auch als Brettspiele zu bezeichnen sind. In der ungeheuren Fülle unterscheidet man zwei Konzepte: die Spiele, die speziell für den Unterricht erstellt sind, und die anderen, die eher als Zeitvertreib betrachtet werden können. Und auch die Anwendungen sind zweigeteilt; da sind einmal die herkömmlichen, am Tisch oder auch an der Tafel zu spielenden und die andere Gruppe für den PC. Naturgemäß nehmen gerade im Freizeitbereich diese Letztgenannten einen breiten Raum ein, sind doch gerade Kinder und Jugendliche vorwiegend mit den elektronischen Medien beschäftigt. Dagegen greift man in den Schulen verstärkt auf den Einsatz der herkömmlichen Brettspiele zurück. Das mag an der oft unzureichenden technischen Ausstattung der Schulen ebenso liegen wie auch an dem Zeitaufwand, den gerade die elektronischen Spiele benötigen.

Wer sich für Lernspiele interessiert, sollte vorab genau den gewünschten Nutzen gegen den Aufwand abwägen; denn abwechslungsreiche Spiele sind nicht gerade günstig im Preis, verlieren aber schnell den Reiz des Neuen. Sinnvoll sind sicher alle Arten von Vokabeltrainingsspielen oder solchen, in denen Rechenaufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu lösen sind; denn die kann man auch später immer noch mal vornehmen. Zu denken ist da etwa an eine Variante, bei der eine Figur nur dann auf dem Spielbrett weiterziehen darf, wenn eine entsprechende Frage richtig beantwortet ist. Wenn die Aufmachung des Spielbrettes dann noch ansprechend gestaltet ist, werden sich die Kinder mit großer Motivation damit beschäftigen und tatsächlich ihre Kenntnisse festigen und vertiefen.

Während die herkömmlichen Lernspiele in nahezu allen Fällen so ausgerichtet sind, dass mehrere Spieler miteinander in Wettstreit treten, gibt es bei den Computergestützten Lernspielen beide Arten: die einen sind für nur einen einzelnen Lerner konzipiert, eine andere Gattung ist auch für mehrere Mitstreiter spielbar. In beiden Fällen jedoch steht der Motivationsschub im Vordergrund, und man versucht, die Lerninhalte so zu verpacken, dass eine fesselnde Handlung im Vordergrund steht.

Wie in nahezu allen Bereichen gibt es auch auf diesem Sektor nicht d a s eine Lernspiel, das für jeden geeignet ist. Auch hier sollte man die individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Kinder berücksichtigen.
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