|
|
Der Begriff ‚Würfel- und Glücksspiel’ wird oftmals mit negativen Komponenten in Verbindung gebracht. Viele denken dabei an verräucherte Hinterzimmer in zwielichtigen Kneipen, wo finstere Gestalten illegal um hohe Geldbeträge spielen. Auch in früheren Epochen war das Würfelspiel weitgehend verboten, bei den Römern und Germanen ebenso wie im Mittelalter. Und heute ist das Würfeln, zumindest wenn es um höhere Geldbeträge geht, in Deutschland nur in eigens lizenzierten Einrichtungen, meist den Spielbanken, erlaubt. Das Wort ‚Würfel’ heißt im Arabischen az-zahr, aus dem später das Wort Hasard hergeleitet wurde, womit außerdem auch ein bestimmtes Würfelspiel bezeichnet wird. Würfelspieler sind also eine Art Hasardeure, die den Verlust eines hohen Einsatzes riskieren und dabei ganz auf den Zufall setzen. Man unterscheidet im Wesentlichen zwei Arten von Würfelspielen: solche, bei denen ausschließlich einer oder auch mehrere Würfel zum Einsatz kommen, und die anderen, die ein Spielbrett als Grundlage haben, auf dem Figuren entsprechend der gewürfelten Augenzahl weiterziehen dürfen. An dieser Stelle soll aber nur diese zweite Kategorie betrachtet werden, die überdies nicht nur absolut legal ist, sondern auch Freude und Entspannung bringt. Als das bekannteste und am weitesten verbreitete Würfelbrettspiel darf Mensch ärgere dich nicht gelten. Es wurde 1907/08 von Josef Friedrich Schmidt konzipiert und seit 1914 sehr erfolgreich in Serie produziert. Das Konzept ist recht einfach: Bis zu sechs Spieler haben jeweils vier Figuren in Warteposition; bei einer gewürfelten 6 darf eine Figur auf Start gehen, um danach das Feld umrunden zu können, bis sie schließlich an der Zielposition angekommen ist. Gewonnen hat der Spieler, dessen Figuren zuerst dort angelangt sind. Einige zusätzliche Regeln machen den Reiz aus: So muss jeder Spieler bemüht sein, in erster Linie alle seine Figuren in Umlauf zu bringen; außerdem darf (in manchen Varianten: muss) eine gegnerische Figur geschlagen und in die Warteposition zurückgeschickt werden, wenn die eigene Augenzahl dies ermöglicht. Besonders schön bei Mensch ärgere dich nicht ist die Tatsache, dass es nahezu keine Altersbegrenzung gibt. Wenn Familien miteinander spielen, können sich die Erwachsenen innerlich ein bisschen zurücklehnen oder auch den Kleinen ein paar Tipps geben, während die Kinder selbst nicht nur das Zählen lernen oder einüben, sondern auch merken, dass man selbst bei großer Anstrengung nicht immer gewinnen kann. Spielen dagegen Erwachsenen miteinander, werden häufig die Spielregeln abgeändert, etwa, dass man schon bei einer gewürfelten 5 auf die Startposition darf (muss). Daneben sind auch andere frei erfundene Erschwerungen möglich.
|







